Eine "Impro-Ente" für die siegreichen Warmduscher

Improvisationstheater kam beim Publikum hervorragend an

Bad Tölz Für die "Warmduscher" sah es beim schauspielerischen Wettstreit in der ersten Halbzeit schlecht aus. Trotz des Aufwärmtrainings vor dem Spiel lag das Team von Katha Jochem, Jasper Wehrhahn und Benni Günther in den roten Trikots schon nach der ersten Viertelstunde mit 0:1 zurück.

An mangelnder Unterstützung durch die Fans lag es nicht, dass das Team der Weichspüler mit Raik Nordhausen, Clemens Hepperle und Benedikt Fuhrmann mit den blauen Trikots gleich mit dem Wort-für-Wort-Spiel davonzog. Denn die Stimmung im prallvollen Tölzer Marionettentheater am Samstag beim Improvisationsabend der Theatergruppe "Die komische Gesellschaft" war phänomenal und enthusiastisch, wie in der Fankurve des Münchner Olympiastadions.

Mit großem Engagement bemühten sich die beiden Teams in den Improvisationsspielen, beim Publikum zu punkten. Auf Zuruf entwickelten sie aus Vorgaben wie "In der Leichenhalle" oder "Es passiert ein Mord" kurze, spaßige und reichlich skurrile Geschichten. Der Applaus der Fans entschied, wer den Punkt ergatterte.

Nach dem 1:0 konterten die roten Warmduscher beim Spiel "Dia-Abend" souverän. Kommentiert von Jasper Werhahn stürzte Katha Jochem beim Aufstieg auf die ägyptischen Cheops-Pyramiden unter dem Beifall des Publikums ab und erzielte so den Anschlusstreffer. Am Ende der ersten Halbzeit stand es dennoch 3:2 für die Weichspüler.

In der zweiten Hälfte des Abends konnten die Weichspüler im Expertenspiel ihren Vorsprung sogar noch ausbauen. Erfinder Benedikt Fuhrmann wusste nicht, was er denn eigentlich erfunden hatte, doch Clemens Hepperles Hände zeigten es ihm, und unter dem Johlen der Zuschauer kam er auf den Begriff "Automatischer Dosenschließer".

Nach einer furiosen Aufholjagd der Warmduscher endete die zweite Halbzeit mit 4:4. Die Verlängerung entschieden dann die Weichspüler für sich. Gewonnen hatten aber letztlich alle: Die Weichspüler in den Blauen Trikots die "goldene Impro-Ente", die Warmduscher das blaue Entlein für die Verlierer, und vor allem das tobende Publikum für zweieinhalb schandbar vergnügliche Stunden. Kleine Anmerkung: Souverän leitete Schiedsrichter Florian Günther das Match, was das Publikum mit einem frenetischen "Buh" belohnte.

Robert Haberer

(Tölzer Kurier vom 12.10.1999)